Ablauf und Vorteile einer Vasektomie

Ganz allgemein gesagt, verbirgt sich hinter einer Vasoresektion die Entnahme von Gefäßteilen oder von kompletten Gefäßen. Wenn von einer Vasektomie gesprochen wird, dann ist damit eine Sterilisation oder Unfruchtbarmachung beim Mann gemeint.

Patienten, die sich für diesen operativen Eingriff haben verschiedene Gründe. Diese sind in jedem Fall wohl durchdacht. Einerseits ist die Operation eine Variante der Verhütung, bei dem der männliche Partner die Verantwortung übernimmt. Daher gilt diese Maßnahme als eine endgültige Lösung im Zusammenhang mit einem Abschluss der Familienplanung. Weitere Erwägungen einer Vasektomie ist eine gesundheitliche Gefährdung der schwangeren Partnerin. Andererseits können oder wollen manche Frauen keine Pille mehr einnehmen. 

Ist die endgültige Entscheidung gefallen, dann können Sie einen Termin beim Urologen vereinbaren. Dieser Facharzt kann Ihrem Wunsch nachkommen und eine Vasektomie-OP durchführen. 

Der Schwerpunkt des operativen Eingriffs liegt auf der Durchtrennung oder Abbinden beider Samenleiter. Genau gesagt, durchtrennt der Operateur die Samenleiter, die im Samenstrang eingebettet sind.

Das geschieht oberhalb des Nebenhodens unmittelbar am Hodensack. Auf diese Weise wird verhindert, dass die in den Hoden gebildeten Spermien in die Nebenhoden und in die Samenleiter wandern können.

Von dort aus gelangen die Spermien während des Geschlechtsaktes in die Harnröhre und in die Prostata, auch als Vorsteherdrüse bekannt. Kommt es zur Ejakulation, dann werden die Spermien gemeinsam mit der Samenflüssigkeit in die Gebärmutter der Frau geschleudert. 

Dieser physiologische Vorgang kann ohne funktionstüchtige Samenleiter nicht stattfinden. Nach der Sterilisation tritt während der Ejakulation eine Samenflüssigkeit aus, die keine Spermien mehr enthält.

Die Vasektomie führt somit zu einer sicheren Verhütung einer Schwangerschaft. Das ist gleichzeitig der größte Vorteil. Sie können eine Durchtrennung der Samenleiter jedoch nur durch eine weitere Operation wieder rückgängig machen. 

Eine sogenannte mikrochirurgische Refertilisation durch das Rückgängigmachen einer Vasoresektion ist angesichts des Standes der Medizin heute nicht mehr ganz ausgeschlossen. Bei einer Vasovasostomie oder Refertilisierung ist es möglich, die Zeugungsfähigkeit wieder herzustellen. Dennoch sollten Sie sich nicht darauf verlassen, denn die Erfolgschancen einer solchen Rückoperation sind von verschiedenen Faktoren abhängig. 

Die Sterilisation des Mannes ist eine minimal-invasive und somit eher schonende Operationstechnik. Im Gegensatz dazu ist eine Sterilisation der Frau wesentlich belastender und risikoreicher. Die im Keimgewebe des Hodensacks erzeugten Spermien werden auf natürliche Weise vom Organismus verstoffwechselt oder abgebaut und ausgeschieden. 

Nach einem informativen Aufklärungsgespräch durch den behandelnden Arzt und einer gründlichen körperlichen Untersuchung wird zunächst die Schambehaarung am Hodensack beseitigt. Je nachdem, ob der Termin ambulant oder stationär gelegt ist, können Sie das auch selbst tun. Das ist vielen Männern nicht so unangenehm. Dann wird der Genitalbereich nochmals hygienisch gereinigt und eine örtliche Betäubung in die Leiste verabreicht.

Alternativ dazu kann die Lokalanästhesie auch am Hodensack vorgenommen werden. Hat das Betäubungsmittel gewirkt und ist die betroffene Region frei von Empfindungen, kann die Sterilisation beginnen. 

Gegenwärtig erfolgt die männliche Sterilisation nach drei Prozeduren. Dazu gehört die klassische Form, die Non-scalpel-vasectomy und die No-needle-no-scalpel-vasectomy.

Die Mehrheit der Patienten wird mit der klassischen Verfahrensweise behandelt. Sie ist bei fast allen Urologen schon beinahe eine Routineeingriff, der jedoch mit größter Sorgfalt ausgeführt wird. Neben dieser Standardoperation bevorzugen immer mehr urologische Fachärzte die Non-scalpel-vasectomie. Die No-needle-no-scalpel-Vasoresektion ist derzeit noch eine Ausnahme. 

Typisch für die klassische Technik ist das Eröffnen der Haut mit einem kleinen Schnitt, sodass der Zugang zu den Samenleitern frei liegt. Der Einschnitt ist nur maximal einen Zentimeter lang. Diese werden danach mit einem Schnitt unterbrochen. Um eine größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, entnehmen die Operateure ein ungefähr zwei Zentimeter langes Teilstück. Damit ist der Weg der Spermien komplett blockiert. Beide Samenleiterenden werden mit Hitze verödet. Dieser Vorgang wir als Kauterisation der Samenleiterstrümpfe bezeichnet.

Eine andere Methode ist das Abklemmen der Anden mit einer Klammer aus Titan. Durch das Unterbinden der Endabschnitte und deren Versenkung in den Hodensack bleiben keine merkliche Veränderungen zurück. Den Abschluss bildet das operative Vernähen der Wunde mit einem resorbierbaren oder einem nicht selbst auflösenden Nahtfaden. Abgedeckt wird der Bereich mit einem keimfreien Verband. Dieser Schritt ist bei allen Operationsarten gleich. Er garantiert ein störungsfreies Abheilen der Wunde. Das ist wiederum die Voraussetzung dafür, dass keine Narben auftreten. Grundsätzlich können alle Vasektomievarianten als schmerzfrei beschrieben werden, weil die Injektionsnadeln extrem fein sind. 
Unterschiede bestehen beispielsweise bei einer No-needle-no-scalpel-Sterilisation des Mannes. Hierbei erfolgt die örtliche Betäubung mit einem Luftdruck-Spezialgerät, das die Injektion ohne Nadel setzen kann. Mit diesem Hilfsmittel ist die Betäubung für die Männer weniger belastend. Ziehen Sie die Non-scalpel-Sterilisation vor, erhalten Sie die Betäubung auf herkömmlichem Weg über eine Injektion mit der Spritze. Allerdings basiert der Zugang zu den Samenleitern auf einem kleinen Loch, das ausreichend weit gedehnt wird. Der Samenleiter muss gut sichtbar sein und vom Operateur fixiert werden können. Die Non-scalpel-Sterilisation wird mit speziellen Instrumenten vorgenommen. Diese dehnen das Hautgewebe über dem Samenleiter auf. 

Geringe Abweichungen zwischen den einzelnen Vasektomien gibt es hinsichtlich der Dauer des Eingriffs. Im Schnitt sollten Sie mit etwa 15 bis 25 Minuten rechnen. Die klassische Sterilisation ist mit 15 Minuten die kürzeste. Mit der Narkose sind Sie nach einer halben Stunde behandelt. 
Die meisten Ängste der Männer beziehen sich auf die vorherige Narkose. Sollten Sie zu den sogenannten Angstpatienten gehören, bei denen die Psyche sehr stark unter der Betäubung leidet, können Sie eine Kurznarkose vereinbaren. Dabei handelt es sich um eine kurzzeitige Vollnarkose. Voraussetzung dafür ist ein Anästhesist. Dieser überwacht die Vollnarkose und führt die Beatmung durch. Das verlangt von Ihren Urologen eine gewisse Organisation, denn im Falle einer ambulanten Sterilisation muss ein Anästhesist hinzu gebeten werden. Darüber hinaus sollten Sie nicht vergessen, nüchtern zu sein. 

Als positiv bei der operativen Sterilisation des Mannes kann herausgestellt werden, dass Sie weder eine Beeinträchtigung des Lustempfindens noch der Erektionsfähigkeit des Penis bemerken werden. Sie bleiben „ganz Mann“, denn sowohl der Orgasmus als auch die Erektion sind nach wie vor unverändert. Das sexuelle Erleben wird erhalten. Erstaunlicherweise zeigt sich ach Auswertung einer Studie, die von der Universität Frankfurt bearbeitet wurde, dass das Sexleben der Männer nach einer Sterilisation wesentlich intensiver geworden ist. Des Weiteren zählt die Durchtrennung der Samenleiter als eine relativ komplikationsarme Operation, die außerdem eine enorme Verhütungssicherheit nach sich zieht. 

Erfahrene Urologen können bereits auf mehr als fünfzig Sterilisationen verweisen, sodass Sie in besten Händen sind. Zunächst auftretende Beschwerden sind normal. Neben Blutergüssen und einem leichten Druck im Hodenbereich sowie entzündliche Vorgänge in den Nebenhoden kann eine Infektion des minimalen Wundschnittes nicht ausgeschlossen werden. Diese Erscheinungen klingen meist nach wenigen Tagen und nach kurzer Behandlung ab. 
Komplikationen ergeben sich meist in Abhängigkeit von der Operationstechnik, eventueller vorheriger Operationen an den Genitalien und bestehenden Vorerkrankungen. Blutergüsse und Entzündungen der Schnitte sind am häufigsten. 

Nach der Vasektomieoperation tritt eine vollständige Verhütungssicherheit erst ungefähr nach 12 Wochen ein. Um verlässliche Ergebnisse zu haben, wird nach sieben oder zehn Tagen eine Untersuchung des Ejakulats auf Spermien anberaumt. Dabei kommt es vorrangig auf unbewegliche und bewegliche Spermien an. Liegt die Zahl der Spermien über 100.000, dann wird eine neue Laboruntersuchung nach etwa sechs Wochen geplant. Sind dann wiederum Spermien nachweisbar, kann es sein, dass der Eingriff misslungen ist. Bei erfolgreichem Eingriff sollten keine Spermien mehr vorhanden sein. Ihr Urologe wird Ihnen raten, diesen Test erst abzuwarten, ehe Sie ungeschützten Sex praktizieren. 
Ein weiterer wissenswerter Aspekt der Vasoresektion ist, dass diese keine Kastration darstellt.

Welche Krankheiten behandeln Urologen?

Die frühen Anfänge der Urologie lagen in der Chirurgie, einer schon erstaunlich früh entwickelten medizinischen Disziplin. Viele der heute bekannten urologischen Krankheiten, an denen Menschen durch eine ungeeignete Ernährung leiden, waren bereits in der Frühzeit der Menschheitsgeschichte existent. Behandeln konnte man die meisten der Störungen und Erkrankungen aber nur unzureichend – oder gar nicht. Doch schon relativ früh in der Menschheitsgeschichte trennte sich die Urologie – als Spezialdisziplin für den Urogenitaltrakt – von der allgemeinen Chirurgie. Bereits zu Zeiten von Hippokrates, des berühmtesten griechischen Arztes der Antike, wussten die Heilkundigen, dass es Blasen- oder Nierensteine, und dadurch bedingte Koliken und Schmerzen gab.

Es gab schon im Mittelalter wagemutige Wundärzte, die sich erfolgreich am sogenannten „Steinschnitt“ versuchten. Dadurch konnten sie ernährungsbedingt entstandene Blasensteine entfernen. Man nannte diese Wundärzte auch Lithotomen. Ihr Image war auch wegen der vielen Todesfälle infolge von unstillbaren postoperativen Blutungen, oder Infektionen durch mangelnde Hygiene, nicht besonders gut. Die sogenannten Steinschneider galten daher als die niedrigsten unter den damals praktizierenden Heilern und Wundärzten – ganz im Gegensatz zum hoch geachteten „Medicus“, der immerhin eine mehr oder weniger umfassende medizinische Ausbildung mit dem Wissen seiner Zeit vorweisen konnte. Der „Medicus“ war ein Universalmediziner. Lithotomen wurden imagemäßig eher in die Nähe der Barbiere und medizinischen Kurpfuscher gerückt, die neben ihrem eigentlichen Handwerk des Haar- und Bartscherens auch Zähne zogen. Doch einige damals lebende Heilkundige waren bereits dabei, die altbekannten Techniken zur Entfernung von Blasensteinen zu verfeinern. Damit löst sich die Urologie langsam von der Chirurgie und der ausschließlichen Behandlung von Steinleiden.

Die Urologie im Wandel der Zeiten

Schon anno 1633 ist die erste Entfernung von Nierensteinen – eine Nephrolithotomie – schriftlich verzeichnet worden. Zur gleichen Zeit legten andere Mediziner dieser Epoche die Grundlagen für die Zertrümmerung von zu groß gewordenen oder festsitzenden Steinen in der Gallenblase, den Nieren, dem Harnleiter oder der Blase. Somit konnte man diese anschließend besser entfernen. Jemand erfand eine spezielle Zange, um die zertrümmerten Steinreste durch die Harnleiter zu entfernen. Sehr weit ist die bis heute praktizierte „extra­korporale Stoßwellenlithotripsie“ nicht davon entfernt – außer, dass sie mit Ultraschall, auf chemischem Wege oder per Endoskopie durchgeführt wird. Bis zum ersten urologischen Lehrstuhl, der im Jahre 1890 in Paris etabliert wurde, hatte die Urologie sich schon ein breiteres Tätigkeitsfeld erobert. Die Diagnostik oder die Operationen im Urogenitaltrakt oblagen nun nicht mehr alleine der Chirurgie.

In der Moderne ist die Entwicklung der Urologie zu einem eigenständigen Fachgebiet wieder etwas rückläufig. Zudem greifen die Fachgebiete der Andrologen, der Nephrologen oder der Gynäkologen in einigen Bereichen in urologische Behandlungsgebiete ein. Die Überschneidungen mancher medizinischer Spezialdisziplinen machen zwar Sinn. Sie sind aber verwirrend für Unwissende. Urologen spezialisieren sich immer mehr auf die Diagnostik, Behandlung oder Vorsorge bestimmter Erkrankungen im Urogenitaltrakt. Sie bieten zudem präventive Beratungsleistungen an. Aber die Chirurgie übernimmt mittlerweile wieder viele der Tumoroperationen, die den Urogenitaltrakt betreffen. Chirurgen oder Nephrologen führen insbesondere viele der Nieren-Transplantationen in Kliniken durch. Das Hervorgehen der Urologie aus der Chirurgie war immer mit einer gewissen Konkurrenzsituation verbunden.

Heutzutage ist die Urologie ein relativ kleines, aber dafür umso interessanteres Spezialgebiet der Medizin. Doch es ist gerade diese Spezialisierung, die durch moderne diagnostische und operative Verfahren zu immer besseren Ergebnissen und sehr versierten Urologen geführt hat. In Deutschland sind etwa 5.000 Urologen niedergelassen. Zu einem der modernsten Verfahren der Urologie gehören Operationen mit dem DaVinci-Roboter.

In welchen Arbeitsbereichen sind moderne Urologen tätig?

Das Imageproblem der Urologie ist geblieben – wohl weil alles, was in diesem medizinischen Fachgebiet stattfindet, in einem einstmals „anrüchigen“ Umfeld stattfindet. Trotz aller medialen Aufklärung und all dessen, was wir heute über unseren Körper wissen, ist eine Krankheit in diesem Bereich immer noch mit Gefühlen der Peinlichkeit verbunden und mit Tabus belegt. Niemand spricht gerne über die Krankheiten, die einen im urologischen Umfeld betreffen können. Zeugungsunfähige Männer oder Männer mit erektilen Dysfunktionen fühlen sich in ihrer Männlichkeit getroffen. Sie vermeiden daher oft den Arztbesuch, solange es geht. Dass ein Mann ein verschreibungspflichtiges Potenzmittel wie Viagra benötigt, ist zwar keine Seltenheit – aber die Häufigkeit, mit der solche Potenzmittel auf illegalem Wege oder mit einem Online-Rezept bei Apotheken im Ausland beschafft werden, sagt bereits alles.

Kaum ein Mann möchte von Urologen erfahren, dass er eine Krankheit hat, die die Einnahme von Viagra ausschließt. Niemand möchte als derjenige Beziehungs-Partner entlarvt werden, der zeugungsunfähig ist. Doch Urologen behandeln nicht nur Männer, sondern zu einem Drittel auch Frauen. Diese kommen oft mit Erkrankungen des Urogenitaltraktes zum Urologen, die nicht unbedingt in das Feld der Gynäkologie gehören. Frauen mit Blasen- oder Nierensteinen, Fertilitätsstörungen, chronischen Nierenerkrankungen, Nierenbeckenentzündungen, Analekzemen, Hämorrhoiden oder akuten Blasenentzündungen gehen oft zum Urologen statt zum Gynäkologen. Das Arbeitsgebiet der Urologie umfasst die Bereiche Prävention, Diagnostik und Früherkennung, Therapie und Nachbetreuung von Erkrankungen im Urogenitaltrakt. Zu diesem zählen die Urologen die ableitenden Harnwege, die Harnleiter, die Harnröhre und die Harnblase, die Nieren und das Nierenbecken, und die männlichen Geschlechtsorgane samt Penis, Hoden, Samenblasen und Prostatadrüse.

Das weite Tätigkeitsfeld der Urologie

Zu den Vorsorgeleistungen eines Urologen gehören die Darmkrebsvorsorge, sowie die Vorsorge im Bereich Blasen- oder Prostatakarzinom. Neben den gesetzlich erlaubten Vorsorgeuntersuchungen nutzen Urologen auch Röntgenaufnahmen, Laborwerte, Ultraschall-Untersuchungen, endoskopische Verfahren, Prostatabiopsien oder die Uroflowmetrie zu diagnostischen Zwecken. Sie haben jedoch häufig auch Kenntnisse in der Psychosomatik oder verwandten Medizin-Disziplinen. Viele Urologen erwerben weitere Qualifikationen, die ihr Tätigkeitsgebiet ausweiten. Beispielsweise betätigen sich manche Urologen als Andrologen oder Gutachter. Andere arbeiten zusätzlich als Notfallmediziner, Schmerztherapeuten oder onkologische Urologen.

Im therapeutischen Bereich behandeln Urologen mit konservativen oder operativen Methoden. Sie führen eine ambulante oder klinische Tumortherapie aus. Für einige medizinische Vorsorge- und Zusatzleistungen werden von den Krankenkassen mittlerweile die Kosten nicht mehr übernommen. Solche Untersuchungen stellen heutzutage Wunschleistungen dar, die der Patient in der Regel selbst bezahlen muss. Dazu gehören beispielsweise Fruchtbarkeitsuntersuchungen, die operative Sterilisation des Mannes, zusätzliche Labortests, Beschneidungen, die ohne medizinische Veranlassung gewünscht werden, die erweiterte Therapie von Potenzstörungen oder erweiterte urologische Vorsorgeuntersuchungen.

Typische Erkrankungen, die ein Urologe behandelt

Die Palette der in der urologischen Praxis behandelten Erkrankungen ist breit. Zu beachten ist, dass manche der genannten Krankheiten oder Störungen auch von einem Nephrologen, einem Andrologen oder einem Gynäkologen behandelt werden könnten. Der Urologe kümmert sich um

  • akutes Nierenversagen
  • Anurie oder Harnverhaltung
  • die sogenannte Balkenblase
  • eine benigne Prostata-Hyperplasie
  • unfallbedingte Blasenrupturen
  • Blasenkrebs
  • Hodenerkrankungen und Lage-Anomalien bis hin zum Hodenkrebs
  • Prostatabeschwerden bis hin zum Prostatakrebs
  • Diabetes insipidus
  • Doppelnieren
  • Eichelentzündungen
  • das Fowler-Christmas-Chapple-Syndrom
  • Harninkontinenz
  • Harnröhrenvorfälle
  • Harnwegsinfekte
  • Hufeisennieren und andere Nierenerkrankungen
  • interstitielle Zystitis
  • das IGSF1-Mangelsyndrom
  • Nieren- oder Nierenbeckenkarzinome
  • Sarkoidose mit Beteiligung der Nieren
  • Nierenkoliken und -infarkte
  • und viele andere Erkrankungen des Urogenitalsystems.

Aus dieser beispielhaften Auflistung wird bereits deutlich, wie sehr das Arbeitsgebiet der Urologie in die Fachgebiete der Andrologen, der Gynäkologen oder der Nephrologen hineingreift.

Ob sich in der Zukunft jedes der Fachgebiete noch stärker von den anderen abgrenzen und spezialisieren wird, oder ob ein übergeordnetes nephrologisch-urologisches Fachgebiet entsteht, das alle genannten Berufsfelder zusammenführt, kann heute niemand sagen. Fakt ist, dass sich viele Urologen durch Zusatzqualifikationen ein breiteres Arbeitsfeld erschaffen. So gibt es beispielsweise Kinderurologen, onkologische oder geriatrische Urologen.

Vorsorge Urologe – ab wann ist sie notwendig?

Die Vorsorge beim Urologen sollte ab dem 40. Lebensjahr stattfinden. Wann eine Untersuchung notwendig ist und wie urologische Untersuchung abläuft.

Prostata – Vorsorge im Alter

Prostatakrebs ist die am häufigsten diagnostizierte Tumorart des Mannes. Jährlich erkranken zwischen 55.000 und 60.000 Menschen an einem Prostatakarzinom, wovon etwa 12.000 Personen an der Krankheit versterben. Die Vorsorge-Untersuchung beim Urologen ist ein wichtiges Mittel, um Krebs und andere Erkrankungen der harnbildenden und harnleitenden Organe frühzeitig festzustellen und die Heilungsaussichten zu verbessern.

Bei Prostatakrebs, der im Frühstadium erkannt wird, sind die Behandlungsaussichten generell sehr gut. Die Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu versterben, liegt hierzulande bei rund drei Prozent. Die Früherkennung kann diesen Wert auf 2,4 bis 1,8 Prozent senken.

Ab welchem Alter die Vorsorge-Untersuchung durch den Urologen sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine Untersuchung beim Urologen kann bereits für Jugendliche sinnvoll sein. Insbesondere, wenn Beschwerden auftreten, empfiehlt sich ein Besuch beim Mediziner. Im Allgemeinen wird empfohlen, ab dem 45. Lebensjahr eine Untersuchung durchführen zu lassen. Wenn in der Familie bereits Fälle von Prostatakrebs vorliegen, ist eine Krebsfrüherkennung ab 40 Jahren sinnvoll. Die kostenlose Screeninguntersuchung beim Urologen kann ab dem 45. Lebensjahr in Anspruch genommen werden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Tast-Untersuchung und Anamnese, nicht allerdings die Kosten der optionalen Ermittlung der PSA-Werte.

Wo findet die urologische Untersuchung statt?

Die körperliche Untersuchung beim Urologen findet in einem speziellen Untersuchungszimmer statt. Hinter einem Sichtschutz entkleidet sich der Patient zunächst, damit der Arzt den Bauch- und Genitalbereich untersuchen kann. Zunächst wird der Arzt den Bauch und das Genital abtasten, um Hinweise auf organische Veränderungen oder andere Auffälligkeiten des Penis und Hoden zu erhalten.

Ablauf der urologischen Untersuchung

Wenn die Entscheidung zu einer Untersuchung beim Urologen getroffen wurde, werden dem Patienten je nach Anliegen zunächst verschiedene Fragebögen übermittelt. Diese enthalten wichtige sexualmedizinische Fragen und geben dem urologischen Facharzt alle notwendigen Informationen. Der Vorteil für die Patienten liegt darin, dass sie sich in Ruhe und ohne Hemmungen mit den Fragen befassen können. Bei akuten Beschwerden oder der Krebsvorsorgeuntersuchung findet gegebenenfalls ein Vorgespräch statt, in welchem die Details geklärt werden.

Bei der eigentlichen Untersuchung durch den Urologen wird der Arzt zunächst ein Patientengespräch durchführen. Im Rahmen der Anamnese werden die Begleitumstände der Untersuchung sowie etwaige Risikofaktoren besprochen. Die Lebensumstände, etwa die Ernährungsgewohnheiten und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten, sind ebenfalls Gesprächsthemen der Anamnese. Nach der Anamnese erfolgt eine körperliche Untersuchung.

Die körperliche Untersuchung setzt sich in der Regel aus folgenden Bereichen zusammen:

  • Tastuntersuchung der Hoden
  • Tastuntersuchung der Prostata
  • PSA- und Tastuntersuchung

Bei der PSA-Untersuchung wird ein Prostata-spezifisches Antigen untersucht, welches bei bestimmten Erkrankungen wie Prostatakrebs stark erhöht ist. Die PSA- und Tastuntersuchung ist allerdings kein fester Bestandteil der gesetzlichen Krebsfrüherkennung. Die Kosten müssen die Patienten selbst übernehmen. Dann erfolgt eine Untersuchung gemäß der aktuellen Leitlinien und eine Aufklärung über die positiven oder negativen Testergebnisse.

Abgeschlossen wird die körperliche Untersuchung meist mit dem Abtasten der Prostata vom Enddarm her. Der Patient wird in der Regel gebieten, sich in Linksseitenlage auf eine spezielle Untersuchungsliege zu begeben. Durch das Anziehen der Knie hat der Arzt Zugriff auf den Analkanal und wird diesen zunächst mit einem Gel gleitfähig machen.

Anschließend erfolgt eine Ultraschalluntersuchung. Das Bild gibt Aufschluss über Größe und Beschaffenheit des Penis und der Hoden sowie etwaige Tumorerkrankungen oder andere Beschwerden. Gegebenenfalls wird die Untersuchung mit einer spezifizierten Penisuntersuchung abgeschlossen, wobei insbesondere Hoden und Penisgefäße untersucht werden, um den Durchfluss in Venen und Arterien zu prüfen.

Abschließend werden die Befunde besprochen und bei Bedarf ein weiterer Termin für eine Spezialuntersuchung oder eine Behandlung vereinbart. Weil die Messwerte der PSA-Untersuchung erst nach einigen Tagen vorliegen, ist meist ein weiterer Arzttermin vonnöten. Je nach Befund werden im Rahmen dieser weiteren Beratung bereits therapeutische Maßnahmen besprochen und eingeleitet. Der Patient wird hierbei eng von dem zuständigen Urologen begleitet und in verständlichen Worten über die Beschwerden und deren Behandlung informiert. Dabei kommen oftmals weitere Fachärzte wie der Androloge oder ein Internist zum Einsatz.

Welche begleitenden Vorsorgeuntersuchungen sind notwendig?

Neben der urologischen Untersuchung der harnbildenden und harnleitenden Organe müssen im Rahmen einer Komplettvorsorgeuntersuchung außerdem die Harnblase, die Prostata, die Nieren, der Hoden und der Dickdarm untersucht werden. Hierzu kommen neben der Tastuntersuchung und der Messung verschiedener Werte auch Ultraschall, Tumormarker und ein immunologischer Stuhltest.

Das Ziel der Untersuchung durch den Urologen

Ziel einer Vorsorge-Untersuchung ist es, frühzeitig Anzeichen für eine Erkrankung des Körpers zu erkennen. Die Krebsfrüherkennung dient dazu, Beschwerden abzuklären und zu behandeln, um die Heilungsaussichten zu verbessern. Weil organbegrenzte Tumoren zunächst keine eindeutigen Symptome hervorrufen, ist eine Früherkennungsuntersuchung die einzige Möglichkeit, die Symptome frühzeitig zu diagnostizieren. Zudem zieht sich das Wachstum eines Prostatakarzinoms relativ lange hin. Kleine Tumoren müssen unter Umständen überhaupt nicht behandelt werden. Sobald der Tumor allerdings eine bestimmte Größe erreicht hat, ist eine Behandlung notwendig.

Die Früherkennung hat zum Ziel, Karzinome zu erfassen, bevor sich aus ihnen ein unheilbarer Tumor entwickelt. Begleitend dazu findet eine umfassende Beratung hinsichtlich der Warnzeichen und Behandlungsstrategien statt. Insbesondere bei Männer ab 70 ist eine sensible Beratung vonnöten, da eine Behandlung des Tumors meist nicht mehr möglich ist. Die wichtigste Maßnahme besteht darin, das Tumorwachstum hinauszuzögern. Die Lebensqualität kann dabei vollständig bewahrt werden.

Zu beachten ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen lediglich die Kosten für die eigentliche Tastuntersuchung sowie die zugehörige Anamnese übernimmt. Die PSA-Untersuchung wird momentan nicht von der Krankenkasse übernommen. Die Kosten belaufen sich in der Regel auf 15 bis 30 Euro.

Weitere Informationen erhalten Interessierte bei der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Bei der DGFU erhalten Interessierte einen Flyer, der über die wichtigen Details zur urologischen Vorsorgeuntersuchung aufklärt.

Diese Themen werden im Anamnesegespräch behandelt

Im Rahmen der Anamnese versucht der Arzt, ein möglichst genaues Bild der Situation zu gewinnen. Deshalb wird er nicht nur medizinische Aspekte erfragen, sondern sich auch auf das soziale Umfeld und das kulturelle Umfeld beziehen.

Zunächst fragt der Urologe beim Patienten die aktuellen Beschwerden ab, die meist auch den Grund für den Besuch darstellen. Außerdem wird er etwaige Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, neurologische Erkrankungen, Operationen und die Einnahme von Medikamenten abfragen. Gegebenenfalls wird auch die familiäre Krankengeschichte besprochen, insbesondere wenn in der näheren Familie bereits Krebserkrankungen, Harnsteine oder ähnliche Erkrankungen vorliegen. Zudem wird das psychosoziale Umfeld genauer erfragt. Dazu zählen Beruf und Privatleben, aber auch der damit einhergehende Stress, Sexualität und viele andere Faktoren, die von Arzt zu Arzt variieren können. Grundsätzlich geht es darum, ein umfassendes Bild über die körperliche und seelische Verfassung des Patienten zu erhalten. Dazu gehört auch eine Abfrage über einen etwaigen Alkohol- oder Drogenkonsum.

Ein fester Bestandteil der urologischen Untersuchung ist der Urintest. Mittels eines Harnstreifentests werden mehrere Substanzen im Urin bestimmt, darunter Zucker, Eiweiß und Entzündungszellen, welche bei der Diagnosestellung helfen. In manchen Fällen muss der Urin zu Hause selbst gemessen werden, da einige Stoffe in ihrer Ausscheidung tagesabhängig unterschiedlich stark vorhanden sein können.

Was macht ein Urologe?

Wer einen Termin bei einem Urologen vereinbaren muss, hat gesundheitliche Probleme, die den Urogenitaltrakt betreffen. Entgegen landläufiger Meinung ist ein Urologe kein ausgesprochener „Männerarzt“. Er ist somit auch kein Gegenstück zum Frauenarzt oder Gynäkologen. Vielmehr sind etwa 30 Prozent aller Patienten beim Urologen Frauen. Bei diesen sind Blasenentzündungen oder Fertilitätsprobleme die häufigsten Gründe, zu einem Urologen in die Praxis zu gehen.

Was leistet ein Urologe?

In einer urologischen Praxis befassen die Mitarbeiter sich mit einem vergleichsweise kleinen, aber sehr speziellen Teilgebiet der Medizin. Bei diesem geht es um die Funktionen, sowie die Erkrankungen des Urogenitalsystems. Dazu gehören

  • die Nieren,
  • der Harnleiter,
  • die Harnröhre und
  • die Blase.

Da es außer dem Andrologen keine für Männer zuständigen Gegenspieler zum Gynäkologen gibt, sind Urologen auch für alle Störungen oder Erkrankungen der Prostata, der Hoden und Nebenhoden, der Samenbläschen oder des Penis zuständig. Außerdem fallen auch Probleme mit der Fortpflanzungsfähigkeit des Mannes in ihren Zuständigkeitsbereich. Es geht also um Probleme wie Erektions- und Potenzstörungen oder die Unfähigkeit, Kinder zu zeugen. In einer urologischen Praxis können Männer, die keine Kinder mehr in die Welt setzen möchten, mittels einer Vasektomie sterilisiert werden.

Die Urologie hat bereits eine lange Geschichte. Störungen beim Wasserlassen oder schmerzhafte Blasen- und Nierensteine sind schließlich nicht erst in der Moderne vorgekommen. Schon die alten Ägypter litten unter solchen Beschwerden. Als frühester Mediziner, der sich systematisch mit solchen Störungen befasste, ist der Grieche Hippokrates bekannt. Bereits zu dieser Zeit wussten Heilkundige über die Existenz von Blasen- und Nierensteinen Bescheid. Einige Medizinkundige beherrschten schon den sogenannten Steinschnitt, mit dessen Hilfe sie festsitzende Blasensteine aus dem Urogenitaltrakt entfernen konnten. Das Berufsbild des „Steinschneiders“ oder „Litho­toms“ galt in der frühen Medizingeschichte nicht als besonders angesehen – ganz im Gegensatz zum „Medicus“. Als zwei der ersten echten Urologen können wir wohl die Chirurgen Marianus Sanctus aus Barleta und Jean Baseilhac (1703-1781) ansehen. Beide interessierten sich zu Lebzeiten für verfeinerte Technologien, mit denen man zumindest die weit verbreiteten Steinleiden heilen konnte.

Die erste bekannt gewordene Nephrolithotomie ist bereits 1633 verzeichnet. Etwa zu dieser Zeit wurde auch die Grundlage zur Lithotripsie gelegt – mit der Erfindung einer speziellen Zange, die zuvor zertrümmerte Steine durch die Harnröhre entfernen konnte. Heute heißt dasselbe Verfahren „extra­korporale Stoßwellenlithotripsie“ und wird mittels Ultraschallwellen ausgeführt. Der erste urologische Lehrstuhl entstand anno 1890 in Paris. Bis dahin oblagen alle urologischen Operationen der Chirurgie.

Die vielseitigen Tätigkeiten von Urologen

Aufgrund ihres Berufsbildes sind Urologen heute nicht nur mit der Entfernung von Steinen aus Blase oder Niere befasst, sondern haben ein sehr breites Tätigkeitsfeld. Dieses überschneidet sich zum Teil mit der Arbeit von Chirurgen – oder der von Andrologen oder Gynäkologen. Die Entfernung von Harnsteinen war nur der Beginn der Urologie-Geschichte. Heutzutage befassen sich Ärzte in urologischen Praxen oder auf der urologischen Station eines Krankenhauses mit zahlreichen Erkrankungen und Störungen im Urogenitaltrakt von Männern und Frauen. Sie kümmern sich um Erektionsstörungen oder Unfruchtbarkeit genauso, wie um Nierenbeckenentzündungen oder die Begutachtung von Menschen nach sexuellen Missbrauch mit Verletzungen im Urogenitaltrakt. Sie diagnostizieren und therapieren Krebs der Blase, der Hoden oder der Nieren und Nebennieren.

Blasenkrebs ist beispielsweise besonders bei Rauchern anzutreffen. Je nach Diagnose genügt anfangs meist die Entfernung des Tumors. Die Blase wird anschließend mehrfach mit einem lokalen Chemotherapeutikum gespült. Alternativ, oder bei einem Rezidiv, wird die Blase vollständig entfernt. Danach wird aus Dünndarmgewebe eine sogenannte Neo-Blase angelegt. Urologen nehmen selbst ambulante oder klinische Eingriffe vor. Sie können dabei chirurgisch oder endoskopisch vorgehen. Anschließend übernehmen sie auch die Nachsorge von Krebspatienten. Viele Männer haben im Alter Probleme mit der Prostata. Bei Kindern hingegen dominieren angeborene Miss­bildungen an den Harnwegen. In den Jugendjahren ihrer Patienten haben Urologen es oft mit Phimosen oder Eichelentzündungen zu tun. Urologische Notfälle wie eine Hodentorsion oder ein Penisbruch können behoben werden.

Urologische Spezialisierungen

Viele Urologen haben auf ihrem Praxisschild Zusatzbezeichnungen. Diese weisen sie als Andrologen, Kinderurologen oder Nierenspezialisten aus. Auf der anderen Seite können Urologen aber auch Zusatzqualifikationen erwerben und

  • Akupunktur erlernen
  • als Betriebsmediziner tätig sein
  • Gutachten erstellen
  • geriatrische Spezialisierungen erwerben
  • sich als Infektologe ausbilden lassen
  • Labordiagnostiker werden
  • zusätzlich Naturheilverfahren anbieten
  • sich für die Anwendung der Magnestresonanz-Therapie qualifizieren
  • medizinische Informatik beherrschen
  • als Notfallmediziner arbeiten
  • palliativmedizinische Qualifikationen erwerben
  • sich mit spezieller Schmerztherapie befassen
  • oder sich für Sport- oder Tropenmedizin interessieren.

Ein Urologe, der die Zusatzbezeichnung „Androloge“ auf dem Praxisschild trägt, hat seine klassisch-urologischen Kompetenzen um das Thema männliche Fertilitätsstörungen erweitert. Er befasst sich mit Vorbeugung, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation männlicher Fertilitätsstörungen, mit partnerschaftlichen Störungen, Verhütungsmethoden für Männer, erektiler Dysfunktion im weitesten Sinne, sowie mit dem primären oder sekundären Hypogonadismus.

Urologen mit der Zusatzbezeichnung „medikamentöse Tumortherapie“ sind neben ihrem normalen Arbeitsfeld spezialisiert auf die Diagnostik und Therapie urologischer Tumorerkrankungen.

Urologen, die die Zusatzbezeichnung „fachgebundene Röntgendiagnostik“ tragen, sind Spezialisten für die Befundung und Durchführung von Röntgendiagnostik im urologischen Umfeld.

Die Zusatzbezeichnung „Proktologie“ weist einen Urologen als spezialisiert auf die Vorbeugung, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Krankheiten, Verletzungen, Veränderungen oder funktionellen Störungen von Mastdarm, After, Beckenbodenmuskulatur oder der Kontinenz-Organe aus. Diese Ärzte behandeln beispielsweise Analekzeme, Hämorrhoiden, Anal-Dermatosen oder Geschlechtserkrankungen.

Die Kinderurologie befasst sich speziell mit angeborenen oder erworbenen Erkrankungen kindlicher Harn- und Geschlechtsorgane. Auch nicht-spezialisierte Urologen, sowie Kinderärzte oder ein Kinderchirurg können diese Tätigkeitsfelder abdecken.

Die gynäkologische Urologie, auch als Uro-Gynäkologie bekannt, beschäftigt sich mit Themen, die auch den Gynäkologen am Herzen liegen; nämlich mit Problemen wie Harn- und Stuhlinkontinenz, Beckenbodeninsuffizienz oder daraus folgende Lageveränderungen an Blase oder Gebärmutter.

Die Zukunft der Urologie

Trotz der anspruchsvollen Arbeit und der Vielzahl der urologischen Probleme hat sich das schlechte Image der Urologie erhalten. Aus unerfindlichen Gründen möchte kaum ein Medizinstudent Urologe werden. Gott sei Dank entscheiden sich viele im Laufe ihres Studiums noch um. Fakt ist, dass die etwa 5.000 deutschen Urologen gut zu tun haben, weil immer öfter altersbedingte urologische Probleme wie Blasenkrebs, Nierenerkrankungen oder Prostataprobleme zu verzeichnen sind. Die meisten Urologen haben ein stolzes Arbeitspensum. Sie erleben einen regen Zulauf an Patienten. Berufliche Spezialisten sind gefragt. Der klassische urologische Generalist ist jedoch immer seltener zu finden. In anderen Ländern werden alle onkologischen oder radiologischen Arbeiten von Urologie-Spezialisten ausgeführt. In den USA finden sich „medical oncologists“, die ausschließlich mit urologischen Krebserkrankungen zu tun haben.

In Deutschland sorgt eine reformierte Weiter­bildungsordnung (WBO) dafür, dass die medikamentöse Tumortherapie oder die Onkologie als frühere urologische Kernbereiche entfallen sind. Als Assistenz­arzt muss mancher also in mehreren Kliniken arbeiten, um sich Kenntnisse in diesen Fachgebieten anzueignen. Zudem sind viele neue Technologien in der Urologie etabliert worden. Oftmals sind ausgebildete Chirurgen diejenigen, die eine Nierentransplantation oder Nebennieren-OP durchführen. Eine transurethrale Prostataresektion ist ein urologischer Klassiker. Die Arbeit mit einem modernen „DaVinci-Roboter“ in einer urologischen Klinik stellt den neusten Stand der Dinge dar. Per iPad gesteuerte Operationen sind in der Urologie heute fast schon normal.

Ausblick und Fazit

Durch die neue Fortbildungsverordnung und moderne Trends in der Medizin ist das Tätigkeitsfeld der Urologie mittlerweile geschrumpft. Es wird teilweise von Andrologen oder Chirurgen übernommen. Die technologischen Möglichkeiten für diagnostische oder operative Zwecke jedoch wurden erweitert. Das sorgt dafür, dass Menschen, die sich in diesem vergleichsweise kleinen medizinischen Fach als Arzt niederlassen, ausgemachte Spezialisten sind.