Vorsorge Urologe – ab wann ist sie notwendig?

Die Vorsorge beim Urologen sollte ab dem 40. Lebensjahr stattfinden. Wann eine Untersuchung notwendig ist und wie urologische Untersuchung abläuft.

Prostata – Vorsorge im Alter

Prostatakrebs ist die am häufigsten diagnostizierte Tumorart des Mannes. Jährlich erkranken zwischen 55.000 und 60.000 Menschen an einem Prostatakarzinom, wovon etwa 12.000 Personen an der Krankheit versterben. Die Vorsorge-Untersuchung beim Urologen ist ein wichtiges Mittel, um Krebs und andere Erkrankungen der harnbildenden und harnleitenden Organe frühzeitig festzustellen und die Heilungsaussichten zu verbessern.

Bei Prostatakrebs, der im Frühstadium erkannt wird, sind die Behandlungsaussichten generell sehr gut. Die Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu versterben, liegt hierzulande bei rund drei Prozent. Die Früherkennung kann diesen Wert auf 2,4 bis 1,8 Prozent senken.

Ab welchem Alter die Vorsorge-Untersuchung durch den Urologen sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine Untersuchung beim Urologen kann bereits für Jugendliche sinnvoll sein. Insbesondere, wenn Beschwerden auftreten, empfiehlt sich ein Besuch beim Mediziner. Im Allgemeinen wird empfohlen, ab dem 45. Lebensjahr eine Untersuchung durchführen zu lassen. Wenn in der Familie bereits Fälle von Prostatakrebs vorliegen, ist eine Krebsfrüherkennung ab 40 Jahren sinnvoll. Die kostenlose Screeninguntersuchung beim Urologen kann ab dem 45. Lebensjahr in Anspruch genommen werden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Tast-Untersuchung und Anamnese, nicht allerdings die Kosten der optionalen Ermittlung der PSA-Werte.

Wo findet die urologische Untersuchung statt?

Die körperliche Untersuchung beim Urologen findet in einem speziellen Untersuchungszimmer statt. Hinter einem Sichtschutz entkleidet sich der Patient zunächst, damit der Arzt den Bauch- und Genitalbereich untersuchen kann. Zunächst wird der Arzt den Bauch und das Genital abtasten, um Hinweise auf organische Veränderungen oder andere Auffälligkeiten des Penis und Hoden zu erhalten.

Ablauf der urologischen Untersuchung

Wenn die Entscheidung zu einer Untersuchung beim Urologen getroffen wurde, werden dem Patienten je nach Anliegen zunächst verschiedene Fragebögen übermittelt. Diese enthalten wichtige sexualmedizinische Fragen und geben dem urologischen Facharzt alle notwendigen Informationen. Der Vorteil für die Patienten liegt darin, dass sie sich in Ruhe und ohne Hemmungen mit den Fragen befassen können. Bei akuten Beschwerden oder der Krebsvorsorgeuntersuchung findet gegebenenfalls ein Vorgespräch statt, in welchem die Details geklärt werden.

Bei der eigentlichen Untersuchung durch den Urologen wird der Arzt zunächst ein Patientengespräch durchführen. Im Rahmen der Anamnese werden die Begleitumstände der Untersuchung sowie etwaige Risikofaktoren besprochen. Die Lebensumstände, etwa die Ernährungsgewohnheiten und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten, sind ebenfalls Gesprächsthemen der Anamnese. Nach der Anamnese erfolgt eine körperliche Untersuchung.

Die körperliche Untersuchung setzt sich in der Regel aus folgenden Bereichen zusammen:

  • Tastuntersuchung der Hoden
  • Tastuntersuchung der Prostata
  • PSA- und Tastuntersuchung

Bei der PSA-Untersuchung wird ein Prostata-spezifisches Antigen untersucht, welches bei bestimmten Erkrankungen wie Prostatakrebs stark erhöht ist. Die PSA- und Tastuntersuchung ist allerdings kein fester Bestandteil der gesetzlichen Krebsfrüherkennung. Die Kosten müssen die Patienten selbst übernehmen. Dann erfolgt eine Untersuchung gemäß der aktuellen Leitlinien und eine Aufklärung über die positiven oder negativen Testergebnisse.

Abgeschlossen wird die körperliche Untersuchung meist mit dem Abtasten der Prostata vom Enddarm her. Der Patient wird in der Regel gebieten, sich in Linksseitenlage auf eine spezielle Untersuchungsliege zu begeben. Durch das Anziehen der Knie hat der Arzt Zugriff auf den Analkanal und wird diesen zunächst mit einem Gel gleitfähig machen.

Anschließend erfolgt eine Ultraschalluntersuchung. Das Bild gibt Aufschluss über Größe und Beschaffenheit des Penis und der Hoden sowie etwaige Tumorerkrankungen oder andere Beschwerden. Gegebenenfalls wird die Untersuchung mit einer spezifizierten Penisuntersuchung abgeschlossen, wobei insbesondere Hoden und Penisgefäße untersucht werden, um den Durchfluss in Venen und Arterien zu prüfen.

Abschließend werden die Befunde besprochen und bei Bedarf ein weiterer Termin für eine Spezialuntersuchung oder eine Behandlung vereinbart. Weil die Messwerte der PSA-Untersuchung erst nach einigen Tagen vorliegen, ist meist ein weiterer Arzttermin vonnöten. Je nach Befund werden im Rahmen dieser weiteren Beratung bereits therapeutische Maßnahmen besprochen und eingeleitet. Der Patient wird hierbei eng von dem zuständigen Urologen begleitet und in verständlichen Worten über die Beschwerden und deren Behandlung informiert. Dabei kommen oftmals weitere Fachärzte wie der Androloge oder ein Internist zum Einsatz.

Welche begleitenden Vorsorgeuntersuchungen sind notwendig?

Neben der urologischen Untersuchung der harnbildenden und harnleitenden Organe müssen im Rahmen einer Komplettvorsorgeuntersuchung außerdem die Harnblase, die Prostata, die Nieren, der Hoden und der Dickdarm untersucht werden. Hierzu kommen neben der Tastuntersuchung und der Messung verschiedener Werte auch Ultraschall, Tumormarker und ein immunologischer Stuhltest.

Das Ziel der Untersuchung durch den Urologen

Ziel einer Vorsorge-Untersuchung ist es, frühzeitig Anzeichen für eine Erkrankung des Körpers zu erkennen. Die Krebsfrüherkennung dient dazu, Beschwerden abzuklären und zu behandeln, um die Heilungsaussichten zu verbessern. Weil organbegrenzte Tumoren zunächst keine eindeutigen Symptome hervorrufen, ist eine Früherkennungsuntersuchung die einzige Möglichkeit, die Symptome frühzeitig zu diagnostizieren. Zudem zieht sich das Wachstum eines Prostatakarzinoms relativ lange hin. Kleine Tumoren müssen unter Umständen überhaupt nicht behandelt werden. Sobald der Tumor allerdings eine bestimmte Größe erreicht hat, ist eine Behandlung notwendig.

Die Früherkennung hat zum Ziel, Karzinome zu erfassen, bevor sich aus ihnen ein unheilbarer Tumor entwickelt. Begleitend dazu findet eine umfassende Beratung hinsichtlich der Warnzeichen und Behandlungsstrategien statt. Insbesondere bei Männer ab 70 ist eine sensible Beratung vonnöten, da eine Behandlung des Tumors meist nicht mehr möglich ist. Die wichtigste Maßnahme besteht darin, das Tumorwachstum hinauszuzögern. Die Lebensqualität kann dabei vollständig bewahrt werden.

Zu beachten ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen lediglich die Kosten für die eigentliche Tastuntersuchung sowie die zugehörige Anamnese übernimmt. Die PSA-Untersuchung wird momentan nicht von der Krankenkasse übernommen. Die Kosten belaufen sich in der Regel auf 15 bis 30 Euro.

Weitere Informationen erhalten Interessierte bei der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Bei der DGFU erhalten Interessierte einen Flyer, der über die wichtigen Details zur urologischen Vorsorgeuntersuchung aufklärt.

Diese Themen werden im Anamnesegespräch behandelt

Im Rahmen der Anamnese versucht der Arzt, ein möglichst genaues Bild der Situation zu gewinnen. Deshalb wird er nicht nur medizinische Aspekte erfragen, sondern sich auch auf das soziale Umfeld und das kulturelle Umfeld beziehen.

Zunächst fragt der Urologe beim Patienten die aktuellen Beschwerden ab, die meist auch den Grund für den Besuch darstellen. Außerdem wird er etwaige Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, neurologische Erkrankungen, Operationen und die Einnahme von Medikamenten abfragen. Gegebenenfalls wird auch die familiäre Krankengeschichte besprochen, insbesondere wenn in der näheren Familie bereits Krebserkrankungen, Harnsteine oder ähnliche Erkrankungen vorliegen. Zudem wird das psychosoziale Umfeld genauer erfragt. Dazu zählen Beruf und Privatleben, aber auch der damit einhergehende Stress, Sexualität und viele andere Faktoren, die von Arzt zu Arzt variieren können. Grundsätzlich geht es darum, ein umfassendes Bild über die körperliche und seelische Verfassung des Patienten zu erhalten. Dazu gehört auch eine Abfrage über einen etwaigen Alkohol- oder Drogenkonsum.

Ein fester Bestandteil der urologischen Untersuchung ist der Urintest. Mittels eines Harnstreifentests werden mehrere Substanzen im Urin bestimmt, darunter Zucker, Eiweiß und Entzündungszellen, welche bei der Diagnosestellung helfen. In manchen Fällen muss der Urin zu Hause selbst gemessen werden, da einige Stoffe in ihrer Ausscheidung tagesabhängig unterschiedlich stark vorhanden sein können.

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